zum Inhalt springen

Das Demenz-Netzwerk im Landkreis Cloppenburg

Das Demenz-Netzwerk im Landkreis Cloppenburg

Cloppenburg(kes). Von der Wichtigkeit des Demenznetzwerkes in Trägerschaft des katholischen Bildungswerkes sprach Landrat Johann Wimberg zur Eröffnung der ersten Demenzwochen im Landkreis Cloppenburg im Lokschuppen. Für ihn sei es zwingend notwendig gewesen, das Demenznetzwerk finanziell mit 15.000 Euro zu unterstützen, denn im Landkreis seien etwa 2.600 Betroffene zu verzeichnen, sagte Wimberg. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben fördert das Projekt mit 30.000,00 Euro. „Ich bin dankbar, dass es so viele Profis in unserem Landkreis gibt, die sich engagieren und sofort ihre Mitarbeit beim Demenznetzwerk zugesagt haben“, sagte Bildungswerksleiterin Ilona Heydt in der Begrüßung vor rund 40 Gästen. Die Idee habe schon lange in den Schubladen des Bildungswerkes geschlummert, äußerte sich Heydt, nun könne man die entsprechenden Fördergelder zum Wohle der Betroffenen einsetzen. Projektleiterin ist Petra Lüllmann, die die Ziele des Netzwerkes umriss, in dem es beispielsweise um die Sicherung der langfristigen Pflege, um den Ausbau der Versorgungskette, um Lobbyarbeit, um Vernetzung verschiedener Akteure und um Selbstbestimmung und Teilhabe der Betroffenen geht. „Das betrifft nicht nur professionelle Anbieter, sondern auch Betroffene selbst, pflegende und betreuende Angehörige, sowie ehrenamtlich engagierte Personen“, sagte sie. Das Thema der Selbstbestimmung griff auch Peggy Elfmann in ihrem zentralen Vortrag auf. „Betroffene wollen kein Mitleid, sondern ein Leben auf Augenhöhe“, sagte sie. Elfmann ist freie Journalisten und hat über die Alzheimer Erkrankung ihrer Mutter Zugang zum Thema Demenz gefunden. Ihr Vortrag war somit auch geprägt von ganz persönlichen Ereignissen und voller Zuversicht. Akzeptanz sei der erste Schritt zum „richtigen“ Umgang mit der Demenz, appellierte sie an die Zuhörerinnen und Zuhörer. „Nicht Dinge, die verloren gehen, gehören in den Fokus, sondern Dinge, die bleiben“, machte sie deutlich, „denn das Herz bekommt keine Demenz“. Nach dem vielversprechenden Auftakt geht es am kommenden Dienstag, 14. September um 10 Uhr mit dem Thema „Menschen mit Demenz wertschätzend und mit Humor begegnen. Es referieren und berichten aus Erfahrungen Peter Sandker, Roswitha Osterbrink und Maren Kenkel. Die Veranstaltung findet bei „die Macher“ Brandstraße 5 statt. Anmeldung unter 04471 8503702.