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Appel: Vergessen Sie die Erwachsenenbildung nicht

23 Einrichtungen bitten um Hilfe

Appel: Vergessen Sie die Erwachsenenbildung nicht

23 Einrichtungen bitten um Hilfe

Cloppenburg (kes). Mit einem Appell an das Mitglied des Landtages (MdL) Christoph Eilers (CDU), die Erwachsenenbildung nicht zu vergessen, haben die Geschäftsführerin des Bildungswerkes Cloppenburg Ilona Heydt und die Direktorin der VHS Kathrin Würdemann auf die unsichere Lage der Erwachsenenbildung aufmerksam gemacht.  

Dabei vertrat Heydt 23 Einrichtungen im Oldenburger Land und Würdemann die hiesigen Volkshochschulen.  

Eilers zeigte sich als offener Gesprächspartner, der die Nöte der Erwachsenenbildung erkannt hat und versprach im Vorfeld der Haushaltsberatungen mit den weiteren MDLs im Landkreis Cloppenburg und Landkreis Vechta bei den Haushaltsberatungen und beim Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) für die Erwachsenenbildung zu werben.  

Die Erwachsenenbildung spielte bei den Coronaverordnungen eher eine untergeordnete Rolle, sie sei zunächst nicht erwähnt worden und die Unterrichtenden seien auch nicht in der Priorisierungsgruppe drei dabei, bemängelten die Erwachsenenbildnerinnen. Nach deutlichem Protest sei nun die außerschulische Bildung explizit erwähnt. „Dabei spielen wir Feuerwehr, wenn im Falle des großen Flüchtlings- und Aussiedlerstromes Deutschkurse aus dem Boden gestampft werden müssen,“ sagten Heydt und Würdemann. Thümler lobe zwar die Erwachsenenbildung ausdrücklich, „aber wir vermissen, dass sich das auf eine solide finanzielle Basis auswirkt“, erklärten die Pädagoginnen.  

Die Politik habe der Erwachsenenbildung im letzten Jahr mit einer Erhöhung der Finanzhilfe um 4,5 Prozent unterstützt, diese Erhöhung sei allerdings bisher nicht auf Dauer abgesichert. „Deswegen rufen wir Sie dazu auf, dass Sie sich im Sinne der Erwachsenenbildung für eine Verstetigung dieser 4,5 Prozent und für eine kontinuierliche Steigerung jährlich um ein Prozent des Bildungsetats einsetzen“, forderten sie nachdrücklich.  

Durch Projektmittel seien zwar Spielräume in der Umsetzung von Bildungsmaßnahmen möglich, doch dies sei keine Absicherung. „Wir treten für eine institutionelle Förderung ein, die die unsichere Lage unserer Einrichtungen entschärft, und wir dadurch Planungssicherheit bekommen“, schlugen Heydt und Würdemann vor, „somit kann auch das wichtige Feld, z.B. der politischen Bildung bedient werden“. Die Erwachsenenbildung vermisse ein Zukunftskonzept des Landes für die vierte Säule der Bildung, sagten die Chefinnen der beiden großen Einrichtungen. „Das Land täte gut daran, die Erwachsenenbildung zu nutzen“, sagte Eilers, „es sind ja in meinem Wahlkreis hervorragende Ergebnisse z. B. bei der Integration von Flüchtlingen erzielt worden, „stellte er lobend fest. 

Kathrin Würdemann (links) und Ilona Heydt bei der Übergabe der Forderungen an MdL Christoph Eilers 

 

Text und Foto
Copyright: Martin Kessens