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Neues Projekt: Start Guide

Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit bringen

Neues Projekt: Start Guide

Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit bringen

Cloppenburg (kes). Menschen mit Migrationshintergrund und hiesige Arbeitgeber zusammenzubringen, ist das Ziel einer neuen Maßnahme „Start Guide“ des Bildungswerkes Cloppenburg. Start des zweijährigen Projektes war am 1. Februar. Es wird mit 122.300,00 Euro vom „Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung“, von der Integrationsinitiative „Niedersachsen packt an“ und von einer Initiative der Arbeitsmarktpartner „Fachkräfte für Niedersachsen“ gefördert.

„Es gibt im Landkreis eine besonders hohe Zahl an Menschen mit Migrationshintergrund, nämlich 23 Prozent, das entspricht eher den Zahlen einer Großstadt“, sagt Bildungswerksleiterin Ilona Heydt. 60 Prozent (Stand bei Antragsstellung im August 2020) der Erwerbslosen seien gering qualifiziert, darunter befände sich ein großer Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, weil deren Abschlüsse nicht anerkannt würden, informiert Heydt weiter. Hier setzt das Projekt z. B. mit Anpassungs- und Qualifizierungsmaßnahmen bzw. mit der direkten Kontaktaufnahme mit den hiesigen Betrieben an.

Diplompädagogin Martina Bollen bestätigt die beschriebene Situation. „Ich betreue eine Frau mit Migrationshintergrund, die zwei Studienabschlüsse vorweisen kann, diese aber nicht anerkannt werden“, beschreibt sie die Problematik, „diese Frau flüchtet sich in einen geringqualifizierten Job, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten“, bedauert Bollen. Solch eine qualifizierte Frau gehe dem Arbeitsmarkt verloren, vorhandene Potenziale würden nicht abgerufen und das bei dem vorhandenen Fachkräftemangel. Grundsätzlich müsse man sich auch auf die Frauenthematik konzentrieren, denn in den Familien schlummerten viele ungenutzte Potentiale, die dem Arbeitsmarkt verborgen blieben.

Das bestätigt auch Coachin Katharina Köhntopp, die u.a. eine Kolumbianerin mit dem Studiengang Umweltethik betreut. „Zunächst geht es bei ihr um das Ankommen in einem fremden Kulturkreis, dann um die Sondierung der Unterlagen bis hin zur möglichen Anerkennung des Studienganges“, beschreibt sie die ersten Schritte. Die Angebote für Arbeitgeber sind vornehmlich Vorstellung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber für Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, für Zugewanderte geht es in erster Linie um die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung, Praktika und Qualifizierung.

Links: Katharina Köhntopp, Mitte: Martina Bollen, Rechts: Ilona Heydt

Die beiden Ansprechpartnerinnen laden Interessierte zur Kontaktaufnahme unter 04471 9108-38 (Kkoehntopp@bildungswerk-clp.de) und unter 04471 9108-35 (mbollen@bildungswerk-clp.de) ein.