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Kampfesspiele für Jungen und Männer - eigene Grenzen ausloten -

Es werden neue Kurse geplant

Kampfesspiele für Jungen und Männer - eigene Grenzen ausloten -

Es werden neue Kurse geplant

Cloppenburg(kes). „Für Niedersachsen wird es wohl eine Premiere sein“, so mutmaßt Alexander Popp, „die Kampfesspiele für Jungen und Männer“, die er nach dem Corona-Stillstand im Bildungswerk Cloppenburg anbietet, und er macht gleich deutlich, dass es sich bei dem Angebot nicht um einen Kampfsport handelt. Vielmehr gehe es um soziales Lernen, um Selbstbehauptung, um Fairness, um Begegnungen mit den Geschlechtsgenossen und um die eigenen Grenzen auszuloten, informiert der 48-jährige Familienvater von sechs Kindern (eine Tochter) bei einer Demonstration im Bildungswerk. „Wo dürfen Jungen noch miteinanderraufen, ohne dass ein Erwachsener dazwischengeht und sie auseinanderzieht“, fragt Popp. „Man soll solche Raufereien nicht schlecht reden, sondern Jungen müssten das ausleben“, macht er deutlich. In den Kursen erlernen die Jungen und Männer den positiven Umgang mit männlicher Kraft und Aggression, sie lernen miteinander, statt gegeneinander zu kämpfen und mit Sieg und Niederlage umzugehen. Daraus entwickele sich Selbstvertrauen und eine angemessene Handlungsfähigkeit, erklärt Popp, der seine einjährige Ausbildung beim Bildungsinstitut „KRAFTPROTZ“ absolviert hat. Motiviert wurde er durch die eigene Familiensituation. „Bei sechs Kindern, davon fünf Jungs in der Familie ist schon so einiges los“, spricht er aus Erfahrung, und er brennt förmlich darauf, sein Wissen in den Kursen des Bildungswerkes weiterzugeben. In einer Mischung aus Spiel, Kampf, Ritual und Bewegungen werden Selbstvertrauen, Gruppengefühl, Respekt und Fairness sowie ein positiver Umgang mit der männlichen Kraft und Aggression erlernt und ausgelebt. „So wird die eigene Selbstachtung gestärkt, faire und gewaltfreie Konfrontation erlernt und Gewalt vorgebeugt“, versichert der Trainer. Durch diese Kampfesspiele erlernen die Teilnehmer den inneren Schiedsrichter immer mehr kennen und entwickeln, so dass der äußere Schiedsrichter immer weiter in den Hintergrund tritt. Rituale spielen in den acht Einheiten umfassenden Kursen eine große Rolle. Es werde dadurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, meint auch der Partner bei der Demonstration Anatoli Stoll (46). Verbale Rituale sind u.a. „Ich habe Kraft“, „Ich habe fair gekämpft“, „Wir sind spitze!“.

Gedacht sind die Kampfesspiele für Jungen ab fünf Jahren und weitere Seminare für Männer. Nach oben gibt es keine Altersbegrenzung, jedoch müsse MANN sich schon fit fühlen, denn es werde körperlich anstrengend, stellt er klar. 

Geplant ist, dass das Bildungswerk einen Zusatzkurs noch vor den Sommerfeien beginnen wird. Interessierte können sich ab sofort melden.

 

 

Copyright:
Foto: Alexander Popp
Text: Martin Kessens