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Pfarrer Datham Gorantla aus Indien berichtet über seine Heimat Andhra Pradesh

Männertreff im Bildungswerk Cloppenburg

Pfarrer Datham Gorantla aus Indien berichtet über seine Heimat Andhra Pradesh

Männertreff im Bildungswerk Cloppenburg

Cloppenburg(kes). Über den Tellerrand hinaus schauten die Teilnehmer der letzten Männersache des Bildungswerkes in diesem Jahr. Pfarrer Datham Gorantla aus Indien, aus dem Bundesstaat Andhra Pradesh berichtete über seine Heimat im Südosten des Subkontinents. Pfarrer Datham wuchs mit seinen drei Brüdern in bescheidenen Verhältnissen auf. Schon früh verlor er seinen Vater, dennoch schaffte es die Mutter, ihm und seinen Brüdern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Das Theologiestudium „finanzierte“ für Kost und Logis sein Bistum. „Die Christen bilden mit 2,3 Prozent eine Minderheit in Indien, wo ansonsten der Hinduismus die vorherrschende Religion ist,“ informierte der Priester. Seine Region sei geprägt vom Katholizismus und der Kirchgang am Sonntag sei eine Selbstverständlichkeit gewesen. 2007 zum Priester geweiht, wurde Pfarrer Datham, nach dreijährigem Einsatz als Kaplan in seiner Heimat, gebeten, nach Deutschland zu gehen. In St. Andreas verstärkt er das Seelsorgeteam, seit 2018 auch mit dem Titel als Pfarrer. In Indien lebten etwa 1,3 Milliarden Menschen, berichtete Datham. Diese hätten mit großen Problemen zu kämpfen, vor allem mit Armut, Unterentwicklung, Korruption und Analphabetentum, hoher Arbeitslosigkeit, Kinderarbeit und dem Kastensystem. Es gäbe vier Kasten, die der Priester (Brahmanen), die der Krieger und höhere Beamten, die der Landwirte und Grundbesitzer und die der Knechte, sagte der Priester. „Ich gehöre der vierten Kaste, die der Knechte an“, erklärte er, „die Priesterkaste ist den Brahmanen vorbehalten, der katholische Priesterberuf spielt keine Rolle“, führte er weiter aus. Dass ihm die Bildung am Herzen liegt, ergibt sich aus seinem Lebenslauf. Deshalb hat er das Projekt „Don Bosco Girls High School“ ins Leben gerufen. „Mädchen sind überdurchschnittlich benachteiligt“, gibt er zu bedenken“, sie zu unterstützen und ihnen eine Perspektive zu geben, ist sein großes Anliegen. Auch die Corona-Pandemie hat den Subkontinent hart getroffen. Über neun Millionen Fälle verzeichnete Indien am 5. Dezember. Einen Stillstand, wie in Deutschland könne sich das Land nicht erlauben.