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Sommergespräch 2020 - Cloppenburg

Cloppenburg (kes). Von großen Strukturänderungen der letzten Jahrzehnte in der Stadt sprach Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese beim dritten Sommergespräch in dieser Saison im Bildungswerk. Die Bevölkerungszahl sei von den 90 er Jahren bis heute um 13.000 gestiegen, sagte er. „Heute haben wir den 37.000.00 Einwohner begrüßt,“ gab er bekannt. Von ehemals fast 100 Prozent Katholiken zähle die Stadt Cloppenburg heutzutage lediglich 46 Prozent. Verantwortlich dafür machte er die Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg, die Zuzüge der Aussiedler und zuletzt die Zuzüge durch die Schutzsuchenden aus den Krisengebieten der Welt. „Sie haben der Wirtschaft geholfen“, bemerkte Wiese. Insbesondere im Handwerk fanden die Aussiedler Arbeitsplätze und bei den Neugründungen von Handwerksbetrieben registrierte er etwa zwei Drittel durch Aussiedler. Insgesamt läge der Ausländeranteil bei 16,5 Prozent. Die Coronakrise sei noch nicht richtig einschätzbar, meinte der Bürgermeister. Er gehe davon aus, dass etwa 25- 40 Prozent weniger Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten seien. „Jedoch, abgerechnet wird erst am Ende des Jahres“, stellte er klar.

Den größten Einbruch seien wahrscheinlich beim Einkommenssteueranteil zu erwarten. „Ich bin zuversichtlich, dass uns die Krise nicht so hart treffen wird, wie die Großstädte“, schätzte er ein.  Bezogen auf innerstädtische Maßnahmen verschöbe man Maßnahmen, verlängere Zeiträume der Umsetzung und prüfe entbehrliche Maßnahmen. Die über 20 Teilnehmenden bezogen sich in ihren Fragen auf ganz konkrete Problemfelder in der Stadt. Die Verkehrssicherheit der Radfahrer war u.a. ein Punkt. „Wir sind immer noch auf dem Weg zu einer Fahrradstadt“, verdeutlichte der Bürgermeister, „vor 15 Jahren war Cloppenburg für Fahrräder nicht geeignet“ ergänzte er. Alle neuen Straßen bekämen Fahrradwege und teilweise gäbe die Stadt Bürgersteige für Fahrräder frei, um diese zu schützen.

„Das beste ist ein gutes Miteinander und gegenseitige Rücksichtnahme“, wünschte er sich und bezog auch die Emsteker Straße mit ein, in der es bei den Ausfahrten aus den Geschäften zu Beinahe-Unfällen käme. Mülleimerleerung in der Innenstadt, Unkraut im Kreisverkehr an der Molberger Straße, Kaugummiverschmutzung in der Fußgängerzone, oder zu schnelles Fahren in der 30-er Zone wurden angesprochen. „Ich werde mich kümmern“, versprach Wiese und verwies auf die „Kümmer-App“ der Stadt Cloppenburg. Welche Leistung würde er als herausragend in Laufe seiner Dienstjahre bezeichnen, fragte Moderatorin Ilona Heydt zum Schluss.

Spontan nannte Wiese die Innenstadtsanierung, aber als Gemeinschaftsprojekt mit vielen Beteiligten. Die größte Herausforderung sei der Weg zur Fahrradstadt und qualifizierte Arbeitsplätze für hochqualifizierte junge Menschen zu schaffen, „damit sie hierbleiben oder wieder zurückkommen, sagte der Bürgermeister.

Foto: Bürgermeister, Dr. Wiese (links), Bildungswerk Cloppenburg, Ilona Heydt (rechts)

Das letzte Sommergespräch findet statt am Dienstag, 14. Juli. Finanzminister Reinhold Hilbers ist um 17 Uhr zu Gast im Bildungswerk. Anmeldung unter 04471 9108-0