Bildungswerk Cloppenburg e.V.

Vortrag „Unterwegs- Älterwerden in dieser Zeit“

Lesung mit Franz Müntefering

Cloppenburg/KMA- Ein gut aufgelegter, wacher und rüstiger „alter 80-jährige“- so bezeichnet Franz Müntefering sich selbst, sprühte nur so vor Humor und Witz, äußerte aber auch nachdenkliche Gedanken u.a. zur Sterbehilfe. Zum 60-jährigen Jubiläum des Bildungswerkes und zum 30-jährigen Jubiläum des Hauses der Senioren (HdS) machten beide Einrichtungen Münteferings Vortrag „Unterwegs- Älterwerden in dieser Zeit“ sich und den 130 Zuhörerinnen und Zuhörern zum Geschenk.

„Lebensqualität im Älterwerden und im Altsein ist möglich“, lautet sein Credo, „und wir haben Einfluss darauf“, ist er sich sicher. Die Lebenserwartung steige, der Zenit sei noch nicht erreicht und die meisten würden gesund alt, sagte er.  „Es kommen noch richtig gute Jahre obendrauf“, meinte er zuversichtlich.

Das Kokettieren mit dem Alter lehne er ab. „Ich bin 80 und ich bin alt!“. Man müsse zu dem stehen, was man ist und was man hat.  Der Schatz des Alters sei die Zeit, fuhr er fort, Zeit zum Ausruhen, zum Reisen, zu Unternehmungen, Zeit, bei sich zu sein, führte er beispielsweise an. „Für alles ist es nie zu spät“. „Bewegung der Beine ernährt das Gehirn“, sagte er und ermunterte, die Treppe als Chance zu sehen und nicht als Hindernis. Soziale Kontakte hält er für lebensnotwendig, dort wo Menschen Menschen treffen, ist es lebendig und gab als Beispiel die „Erzählcafés“ an. „Wir Ältere lehnen leicht ab“, äußerte er sich. Sprüche wie: da gehe ich nicht hin, die sind alle so alt, oder die sind alle so komisch, ließ er nicht gelten und empfahl diesen Sprücheklopfern selbst in den Spiegel zu schauen und über sich selbst zu reflektieren und riet: „Besser mit solchen komischen Alten walken oder schwimmen, als alleine zuhause im Liegestuhl liegen, Gesundheitspillen schlucken, Kreuzworträtsel lösen oder Serien gucken und einsam sein. Anstatt „Essen auf Rädern“ schlug er „Auf Rädern zum Essen“, vor, und pries damit nochmals die Wichtigkeit der sozialen Kontakte beim gemeinsamen Essen. Drei große „Ls“ präsentierte er dem Publikum. Laufen, Lernen/Lehren und Lachen und sprach damit die tägliche Bewegung, das lebenslange Lernen und auch die Verantwortung für die Kinder an, indem man Patenschaften übernehmen könne und den Humor.

Den anwesenden Vertretern des HdS sprach Müntefering aus der Seele, und diese fühlten sich in vielem bestätigt. Bildungswerksleiterin Ilona Heydt lobte die unkomplizierten Referentenverhandlungen und teilte unter dem Beifall der Besucherinnen und Besucher mit, dass Müntefering auf ein Honorar verzichtet habe. Somit spendete sie einen Teil der Einnahmen 500,00 Euro dem Haus der Senioren.