Martin Kessens

Männersache

Namensgebung der Straßennamen

Cloppenburg. Die Namensgeber des Fortmannsweges, der Bürgermeister- Feigel-Straße, des Felix Viegener-Weges und des Britta- Holmström-Weges standen im Mittelpunkt der jüngsten Männersache im Bildungswerk. Rosemarie Kneilmann unternahm mit den 20 Männern einen Streifzug durch die Stadt Cloppenburg und deren Geschichte. Heinrich Fortmann (1842 -1926) sei ein engagierter Lehrer gewesen, dem das Wohl der Stadt und besonders auch der Kinder sehr am Herzen gelegen habe, sagte die Expertin. Damit die Kinder trockenen Fußes zur Schule gehen konnten, ließ er z. B. Wege mit sogenannten „Kattenköppe“ pflastern, die auf den Feldern der Bauern eingesammelt wurden. Auf ihn ging u.a. die Gründung eines Kirchenchores, des Kolpingvereins und der Allgemeinen Ortskrankenkasse zurück. Auf dem Totenbrief von Bürgermeister Ignatz Feigel (1855 – 1922) war u.a. zu lesen, dass er ein hilfsbereiter Bürger der Stadt war und schon mit 26 Jahren in das Stadtverordneten Kollegium gewählt wurde. 1885 wurde er Bürgermeister, dessen Amt er 32 Jahre bekleidete. Auf ihn gingen die Gründung einer Molkereigenossenschaft, die städtische Gasanstalt, die Spardaka  und der Bau des Clemes-August-Gymnasiums zurück, wusste Kneilmann zu berichten. „Er machte Cloppenburg zu einem Verkehrsknotenpunkt“, sagte die Referentin augenzwinkernd, „denn er förderte die Eisenbahn und den Pingel Anton, weil darüber der Kunstdünger in diese Region kam und damit die Armut ein wenig abschwächte. Britta Holstrüm sei die Gründerin des Schwedenheims gewesen, fuhr Kneilmann fort. Sie habe die große Not der Geflüchteten aus den deutschen Ostgebieten gesehen und linderte das Leid durch individuelle Menschenhilfe. Die Drüdingstraße wurde nach den Gebrüdern Heinrich Gerhard und Kaspar benannt, die mit 16 Jahren nach Amerika auswanderten und dort eine Lederfabrik gründeten. Sie zeigten sich durch eine hohe soziale Ader aus, errichteten ein Krankenhaus und sorgten für die soziale Absicherung der Arbeiter in ihren Fabriken.  Der Stadt Cloppenburg schenkten sie in Zeiten großer Not zwei Eisenbahnladungen Lebensmittel und waren ihrer Heimatstadt stets verbunden.Bei dem Namen Felix Viegener bekamen die Männer Glanz in den Augen, denn viele erinnerten sich an ihn zur Zeiten des Briefkasten, dem er in den 60 er Jahren zu einem Kultstatus verhielf. Er hatte für seine Gäste stets ein offenes Ohr, war Vater und Mutter, war Bruder und Freund, sagte Kneilmann zum Abschluss. Nach mehreren Pächterwechsel heißt es heute noch: „Wir gehen zu Felix“.