Martin Kessens

Männersache

ein außergewöhnlicher Vormittag

Cloppenburg. Einen außergewöhnlichen Vormittag erlebten die Teilnehmer der „Männersache“ des Bildungswerkes  Cloppenburg. Sie tauchten in die Welt der Sehbehinderten und Blinden ein und konnten so die Situation der Nichtsehenden nachempfinden. Gerd Steting, selbst Mitglied der Männerrunde und Betroffener, gab die „Regieanweisungen“ für die Begleitpersonen. „Wichtig ist die Kommunikation zwischen Begleitperson und dem Nichtsehenden“, sagte er, man müsse ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Die „Nichtsehenden“ wurden aus dem Unterrichtsraum in das Esszimmer  geführt, dort wurde das Frühstück eingenommen. „Frühstücksei auf 12 Uhr, Tasse auf 15 Uhr, Butter auf 9 Uhr“, hieß es dann von den Begleitpersonen, so dass eine Orientierung möglich war. Es war lauter als sonst beim Frühstück stellten die Männer fest, denn es wurden permanent Hinweise zu den Frühstückszutaten gegeben.  Steting, Berater  „Blickpunkt Auge“ im Oldenburger Münsterland „überwachte“ die Frühstückszeremonie und gab immer wieder den Begleitpersonen Tipps zum richtigen Verhalten und  Ansage. Nach der ersten Frühstücksrunde wurden die Rollen vertauscht und auch ein Gang nach draußen durch das Foyer des Bildungswerkes gehörte zum Übungsfeld, wo gerade die Ausstellung der Pinselquäler vorbereitet wurde, die  zusätzliche Hindernisse lieferten. In der Abschlussrunde hieß es zunächst scherzhaft „Lätzchen haben wir nicht gebraucht“, doch zeigten sich alle Männer beeindruckt von den Erfahrungen. „Nun können wir in etwa nachvollziehen, was es bedeutet, blind zu sein“, bemerkten sie. „Bietet den Behinderten immer eure Hilfe“ rief Steting auf, „auch wenn ihr mal eine Absage bekommt“, aber helft niemanden ungefragt.